ÖZIV ACCESS BERÄT NÖ GEMEINDE WIESMATH

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Seit dem 1.1.2016 ist das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG) vollinhaltlich in Kraft.

Weitestgehend unbekannt scheint, dass auch Gemeinden in bestimmten Bereichen von diesem Gesetz betroffen sind und Maßnahmen gegen die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen setzen müssen.

Aus unserer Erfahrung können wir berichten, dass vielen Gemeinden verunsichert sind und nicht wissen, welche Maßnahmen sie setzen müssen oder können um Menschen mit Behinderungen in das Leben in der Gemeinde einzubinden.

Die Gemeinde Wiesmath in Niederösterreich hat sich der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen angenommen und setzt nun schrittweise Maßnahmen, welche die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Gemeinde ermöglichen soll.

Dazu wurde ÖZIV ACCESS im Sommer 2016 zu einer Begehung der Gemeinde eingeladen und verschiedene Problemstellen hinsichtlich baulicher und gestalterischer Barrierefreiheit wurden besprochen und mit praktischen Tipps kommentiert.

Nun ist es so weit und in einem ersten Schritt wurde das Rathaus mit einer Rampe zugänglich gemacht. Nach Umsetzung der Zugangsrampe hatten wir die Gelegenheit Herrn Bürgermeister Erich Rasner zu seinen Erfahrungen zu Barrierefreiheit in der Gemeinde zu befragen:

Herr Bürgermeister, wann bzw. in welchem Zusammenhang sind Sie auf das Thema Barrierefreiheit aufmerksam geworden? – Könen sie uns einige Beispiele nennen? Durch meine Verwaltungstätigkeit bei der Marktgemeinde Wiesmath war ich natürlich schon länger mit dem Thema Barrierefreiheit befasst. Es wurden aber auch von Einwohnern mit Behinderungen von Zeit zu Zeit gewisse Themenbereiche (z.B. Plakatständer auf Gehsteigen) aufgezeigt. Vieles konnte auf kurzem Weg, durch Gespräche mit den sogenannten „Verursachern“ zum Besseren gewendet werden.

Wie barrierefrei schätzen Sie Ihre Gemeinde ein? – Welche Maßnahmen wurden bereits getroffen, um Menschen mit Behinderungen den  Zugang zu diversen öffentlichen Einrichtungen und gemeindeeigenen Immobilien zu erleichtern und zu ermöglichen? Eine besonderes Anliegen war uns die Barrierefreiheit des Gemeindeamtes.  Speziell für ältere Personen und Menschen mit Bewegungseinschränkungen ist der neue Zugang eine enorme Erleichterung. Der Kindergarten wurde im Jahr 2011, das Vereinshaus im Jahre 2013 vollkommen barrierefrei errichtet und es wurde im Vereinshaus auch ein öffentliches, barrierefreies WC eingebaut. Bei der Volksschule errichteten wir schon vor vielen Jahren eine Rampe. Voriges Jahr montierten wir auch ein entsprechendes Gelände.

Welche nächsten Schritte sind in Ihrer Gemeinde diesbezüglich geplant?
Als nächstes wird vor dem Gemeindeamt ein Behindertenparkplatz ausgewiesen und entsprechend gekennzeichnet. Die Zahnarztpraxis bekommt einen Lift und einen stufenfreien Zugang. Die in die öffentlichen Gehsteige ragenden  Stiegen sollen durch Signalstreifen kenntlich gemacht werden.

Haben Sie noch weitere offene Fragen bezüglich Barrierefreiheit, nachdem Sie die Beratung von Hrn. Peter Noflatscher / ÖZIV Access in Anspruch genommen haben? Derzeit sind wir noch mit der Umsetzung der bei der Begehung aufgezeigten und besprochenen Maßnahmen beschäftigt. Auf Grund der für uns vorteilhaften Tatsache, dass sich mit der ÖZIV-Mitarbeitern Heide Gubala eine Gemeinderätin in unseren Reihen befindet, habe ich eine kompetente Ansprechperson bei auftretenden Fragen.

Welche Rückmeldungen haben Sie von den Einwohnern Wiesmaths erhalten, nachdem das Gemeindeamt barrierefrei umgestaltet wurde?
Bis jetzt nur positive.

Text und Interview: Peter Noflatscher & Ulla Kaspar-Port, Fotos: Heide Gubala

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