NEWS VOM EU PROJEKT „COME-IN!“

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Autorinnen: Erika Plevnik und Isabella Aigner

In unserem EU-Projekt COME-IN! wird weiterhin fleißig zum Thema Barrierefreiheit gearbeitet.

Im Februar trafen wir uns mit den Vertretern von INTERREG CENTRAL EUROPE und präsentierten die Zwischenergebnisse. Denn mittlerweile sind wir in der zweiten Halbzeit angelangt. Die EU-Vertreter waren sehr zufrieden mit den bisherigen Projektergebnissen. Die EU Kommission hat COME-IN! sogar als gutes Beispiel ausgewählt um es offiziell als positives Beispiel zu präsentieren. Unser Projekt wird nun in einem elektronischen Buch (e-book) vorgestellt werden. Das Buch ist dem Europäischen Jahr des kulturellen Erbes gewidmet. Darin sind auch andere wichtige Projekte dargestellt, die im Rahmen von INTERREG CENTRAL EUROPE durchgeführt wurden.

Im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft dürfen wir von ÖZIV ACCESS das Projekt auch noch einmal ganz persönlich präsentieren. Unsere Gäste werden hochrangige Delegierte der EU sein. Wir sind sehr stolz darauf für diese Aufgabe ausgewählt worden zu sein.

Insgesamt haben wir den Eindruck gewonnen, dass Inklusion und die Rechte der Menschen mit Behinderungen bei der Europäischen Kommission an Wichtigkeit gewinnen. Wir werden uns auch weiterhin auf dieser Ebene dafür einsetzen.

Neue Ausstellung „ARBEIT IST UNSICHTBAR“ unseres Projektpartners – Museum Arbeitswelt Steyr
Vieles ist an der Arbeit ist unsichtbar und vieles ist sichtbar. Sichtbar sind Fabriken, Büros, Maschinen, Werkzeuge, Manager, Computer, Energie, Rohstoffe und Menschen, die ihre Arbeit tun. Aber vieles ist auch unsichtbar. Wie und warum und mit welchen Gefühlen die Menschen ihre Arbeit tun. Unsichtbar ist auch was sie fordert und überfordert, was Arbeit gibt und wozu sie zwingt. „Mit der Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR möchten wir einen kritischen Blick auf die gegenwärtigen Entwicklungen werfen, aufklären und zur Diskussion über unsere Zukunft anregen“, sagt Katrin Auer, die Leiterin des Museums. In der Ausstellung kann man erleben, wie sich die Arbeit in den letzten 150 Jahren verändert hat und wie sie sich in Zukunft verändern wird.

Um ein Museum für möglichst alle zu sein, wurde in der Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR verstärkt auf eine barrierefreie Ausstellungsgestaltung Wert gelegt. Besucher*innen finden taktile Elemente vor. Es gibt auch Texte in leicht verständlicher Sprache (LLA2) und Videos in Österreichischer Gebärdensprache. Diese sind über eine App in allen Ausstellungsbereichen abrufbar. Neu ist auch die Führung in Leichter Sprache oder mit Gebärdensprachdolmetsch. Buchungen sind telefonisch oder per E-Mail möglich. Die wichtigsten Informationen zur Barrierefreiheit findet man auf der Homepage. Diese sind auch in österreichischer Gebärdensprache abrufbar.

Wir haben einige Besucher*innen mit Behinderung gefragt, wie sie die Barrierefreiheit in der Ausstellung erlebt habt. „Man hat das Gefühl, dass hier jeder einzelne Mitarbeiter über Barrierefreiheit Bescheid weiß. Das gibt mir ein gutes Gefühl, weil Barrierefreiheit eine Selbstverständlichkeit für die hier arbeitenden Menschen ist“, erzählt uns ein Rollstuhlfahrer. „Es gibt Sachen zum Angreifen, zum Hören und Riechen. Ich kann mit allen Sinnen unsichtbare Arbeit wahrnehmen“, sagt eine blinde Besucherin. Auch, dass es vieles in Leichter Sprache gibt, finden die Besucher*innen gut.

Am 15. und 16. Juni werden unsere Projektpartner in Pula und Piran ihre erste barrierefreie Ausstellung eröffnen. Wir werden darüber in der nächsten ÖZIV INKLUSIV berichten.

Für unsere neue Kollegin von ÖZIV ACCESS Isabella Aigner war die Eröffnung im Museum Arbeitswelt Steyr, die erste Dienstreise. In einem Aufsatz berichtet sie darüber wie es für sie war.

„Museum Arbeitswelt Steyr“- Meine erste Dienstreise am 03.05.2018
Zu Beginn nahmen wir an einer Pressekonferenz zur neuen Ausstellung „Arbeit ist unsichtbar“ im Museum Arbeitswelt Steyr teil. Dabei wurde uns vermittelt, welche Gedanken und Überlegungen die Leute im Zusammenhang mit der Planung des Museums hatten. Anschließend gab es eine Führung durch die neue Ausstellung „Arbeit ist unsichtbar“. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf Barrierefreiheit in jeder Hinsicht gelegt. Mir persönlich fiel in diesem Zusammenhang vor allem positiv auf, dass die Texte zu den Ausstellungsstücken groß und auf kontrastreichem Hintergrund geschrieben waren. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, Dinge anzugreifen und abzutasten. Ich denke, dass vor allem diese Möglichkeit für stark sehbeeinträchtigte Leute ganz wesentlich ist, um das Museum aktiver erleben zu können. Für mich wäre es wichtig gewesen, für diese Ausstellung mehr Zeit zu haben, damit ich mit meiner Sehbeeinträchtigung mehr wahrnehmen hätte können.

Besonders spannend fand ich die Kommentare aus den Lautsprechern, die Interviews zum Thema Arbeit und die Erfahrungen im dunklen Raum. Leider war der dunkle Raum aufgrund der Bodenbeschaffung für Rollstuhlbenützer nur mit Unterstützung zugänglich.

Außerdem konnte man Modelle, die Szenen aus der früheren Arbeitswelt in Steyr zeigten, ansehen. Leider sind die Schaukästen recht hoch und daher für Rollstuhlbenützer schwer zu besichtigen.

Im Schankraum des Museums konnte ich als Rollstuhlfahrerin alles gut wahrnehmen und auch nette Sprüche zum Thema Arbeit lesen. Was mich weiters beeindruckte war, der Raum in dem es darum ging, uns die mögliche zukünftige Arbeitsweise zu vermitteln und uns ein sprechender Roboter vorgestellt wurde.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich es schön finde, dass man sich in Steyr zum Thema Museum und Barrierefreiheit bewusst viele Gedanken gemacht und schon viel umgesetzt hat.

Text: Isabella Aigner

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