Das Kooperations-Zahnrad

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Teamwork businessman team ,team people hold rope circle concept.

Ein Bericht von Barbara Haider-Novak (BBRZ Fit2Work) und Gernot Reinthaler (ÖZIV SUPPORT Coaching). Fotos/Logos: Fotolia XL Kooperation, fit2work CMYK, Fördergeber Logos

Wie die Zusammenarbeit von SUPPORT Coaching und fit2work mehr Qualität in viele schwierige Betreuungssituationen bringt.

Lebensrealitäten werden immer vielfältiger, was nicht immer „einfacher“ bedeutet. Davon können vor allem Menschen berichten, die durch chronische Erkrankungen oder Behinderungen mit Anforderungen konfrontiert sind, die allein kaum bewältigbar sind. Oft bedeutet das deutliche Einschränkungen im Arbeitsleben, drohender Arbeitsplatzverlust oder gar Arbeitslosigkeit. Zum Glück gibt es Einrichtungen und Angebote, die in schwierigen Situationen Unterstützung anbieten. Wenn diese dann im konkreten Fall auch noch sinnvoll zusammenarbeiten, können immer öfter auch Hürden gemeistert werden, die vorher unüberwindbar erschienen!

Wenn Hannelore S. heute auf ihr bisheriges berufliches Leben zurückschaut, müssten eigentlich die 20 Jahre im Vordergrund stehen, die sie im Pflegedienst gearbeitet hat. Wie bei vielen Menschen waren da mal bessere und mal nicht so gute Zeiten dabei. Insgesamt aber Jahre, auf die sie zurecht stolz sein kann. Seit etwa einem halben Jahr hat sich aber etwas anderes in den Fokus ihrer Lebensrealität gedrängt und wirft einen Schatten auf diese positive Erinnerung. Eine chronische Erkrankung des Bewegungsapparates hat sie unvorbereitet getroffen und dominiert nun ihren Alltag. Nicht nur das – seitens ihrer Vorgesetzten verspürt sie kein Verständnis für den daraus resultierenden langen Krankenstand. Das macht ordentlich Stress und zerstört ein gewachsenes Vertrauensverhältnis. Hannelore S. möchte – sobald es ihr gesundheitlich wieder besser geht – unbedingt wieder arbeiten, einer Rückkehr in ihre frühere Abteilung steht sie nun allerdings sehr skeptisch gegenüber.

In dieser schwierigen Situation ist eine Mitarbeiterin von fit2work ihre erste Ansprechpartnerin. Als in weiterer Folge auch noch behördliche Probleme dazu kommen, wird durch fit2work ein Coach von ÖZIV SUPPORT mit eingeschaltet, der Frau S. zu allererst im Verfahren zur Zugehörigkeit zum Kreis der begünstigten Behinderten unterstützt, um Förderungen in Anspruch nehmen zu können.

In weiterer Folge kann Frau S. gemeinsam mit ihrer Casemanagerin von fit2work und dem SUPPORT Coach ihre individuelle Strategie zur Rückkehr in die Arbeitswelt erarbeiten. So bekommt sie genau das, was sie braucht, eine gut abgestimmte multiprofessionelle Betreuung, in der individuell auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird.

„Wir sehen unsere Aufgabe darin, multiple Problemlagen zu erkennen und in weiterer Folge gezielt ExpertInnen in den Lösungsprozess einzubeziehen“, bestätigt Barbara Haider-Novak, die beim BBRZ für fit2work in acht Bundesländern verantwortlich ist, diesen Zugang. „Die Zusammenarbeit mit den Coaches von ÖZIV SUPPORT ist vor allem dann angesagt, wenn behinderungsspezifische Fragen, rechtliche Klärungen oder persönlichkeitsbezogene Entwicklungsprozesse erforderlich sind. Im konkreten Fall war ein Mix aus Beratung, arbeitsrechtlicher Information, Unterstützung bei behördlichen Entscheidungen, Therapieansätze und Motivationsarbeit erforderlich. Es geht also darum Menschen sowohl körperlich als auch psychisch zu stärken um einen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen und nachhaltig zu gestalten“, ergänzt Haider-Novak.

Auch Christoph B. hätte vor noch gar nicht allzu langer Zeit keinen Gedanken an einen Berufswechsel verschwendet. Seit einem Freizeitunfall bleibt ihm allerdings keine Wahl. Wegen der daraus resultierenden Körperbehinderung kommt für den 30 Jährigen eine weitere Ausübung seines erlernten Berufes als KFZ-Mechaniker nicht mehr in Frage. Auch in seinem Privatleben hat sich seither viel – leider nicht zum Besseren – verändert. Um die kleine Familie erhalten zu können, hat seine Partnerin mittlerweile einen zweiten Job angenommen. Die wenigen Ersparnisse wurden in teure Therapien gesteckt, leider mit mäßigem Erfolg. Das drückt aufs Selbstwertgefühl, psychische Belastungszustände sind die Folge. Ein Teufelskreis, der allein kaum zu durchbrechen ist. Dass Christoph B. in dieser Situation bezüglich diverser Anträge, Ämter- und Behördenwege komplett den Überblick verloren hat, überrascht nicht. Sein Resümee: „Der ganze Aufwand lohnt sich nicht, weil doch immer aus irgendeinem Grund alles abgelehnt wird.“ Wenn Verzweiflung und Resignation zum bestimmenden Lebenselement werden, darf es nicht verwundern, dass auch die Chancen am Arbeitsmarkt verblassen.

Wie kann in so einer verfahrenen Situation die Trendwende gelingen? Vor dieser Frage standen eine Mitarbeiterin von fit2work und ihre Kollegin von ÖZIV SUPPORT, als sie versuchten, gemeinsam mit Herrn B. einen Lösungsweg zu finden. Das mittlerweile bewährte Kooperationsmodell hat auch in diesem Fall geklappt. Während im SUPPORT Coaching intensiv Motivations- und Ressourcenarbeit geleistet wurde, um mit Christoph B. ein neues Zielbild für seine berufliche Zukunft zu erarbeiten, übernahm die Casemanagerin von fit2work die Organisation der arbeitsmedizinischen Abklärung. Das geht nicht von heute auf morgen, aber nach einigen Monaten konnte mit vereinten Kräften folgendes erreicht werden: Im Coaching hat Herr B. für sich ein positives Zukunftsbild als Fitness- und Gesundheitstrainer gefunden. fit2work hat eine rasche arbeitsmedizinische Abklärung veranlasst. Mit diesem positiven Ergebnis konnte das AMS überzeugt werden, eine entsprechende Ausbildung zu bezahlen.

„Erfolge wie diese wären kaum vorstellbar, wenn unterstützende Dienste wie SUPPORT Coaching und fit2work nicht im Sinne ihrer Klientinnen und Klienten engmaschig zusammenarbeiten würden“, ist Gernot Reinthaler, Leiter von ÖZIV SUPPORT Österreich überzeugt. „Wichtig ist dabei, dass die Zugänge möglichst niederschwellig gehalten werden. Dazu trägt die Finanzierung dieser Angebote durch das Sozialministeriumservice und seiner Partnerinnen Organisationen, ganz wesentlich bei. Nur so können Menschen diese Unterstützung kostenlos in Anspruch nehmen.“

Auch die Fachkräfte von fit2work und SUPPORT betonen immer wieder, dass durch die multiprofessionelle Kooperation eine Betreuungsform gefunden wurde, über die eine Vielzahl an Problembereichen optimal abgearbeitet werden kann. Nur wenn die Zusammenarbeit gut abgestimmt ist und die unterschiedlichen Kompetenzen – quasi wie Zahnräder – ergänzend ineinandergreifen, entsteht ein deutlicher Mehrwert für die betreuten Personen. Die beteiligten Fachkräfte können ihr spezielles Know-How zielgerecht einbringen. Klientinnen und Klienten müssen nicht alles zwei und dreimal erklären. Es kann dort weitergearbeitet werden, wo die betreute Person gerade den größten Nutzen daraus zieht. Mehr Betreuungsqualität und Effektivität im Sinne der betreuten Menschen sind die logischen Ergebnisse dieser Strategie.

Und wie zeigt sich das in der Praxis? Hannelore S. macht große Fortschritte. Beratung und arbeitsrechtliche Information, Coaching und therapeutische Ansätze werden gezielt eingesetzt um ihren körperlichen sowie psychischen Zustand so weit zu verbessern, dass ein beschwerdefreier Wiedereinstieg ins Berufsleben schon bald möglich wird.

Und für Christoph B. ist schließlich ein Traum in Erfüllung gegangen: Bereits während seiner Ausbildung zum Fitness- und Gesundheitstrainer hat er eine Einstellzusage von einem Unternehmen bekommen, in dem er mittlerweile fix angestellt ist.

fit2work wird finanziert durch

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