Gesund fürs Leben

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Die gemeinsamen Übungseinheiten mit den Buddys fördern den Gesunheitszustand.

Wiener Hilfswerk startet das Gesund fürs Leben-Projekt.
Text: Martin Oberbauer, Wiener Hilfswerk, Fotos: Wiener Hilfswerk/D. Nuderscher

Der Alltag kann im Alter sehr beschwerlich sein. Nicht selten ist er mit Schmerzen verbunden. Die Angst vor Stürzen kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Chronische Entzündungen, Mangelernährung und eine Abnahme der Muskelmasse können zu einer Schwächung des Körpers bis hin zu Gebrechlichkeit führen. Betroffene ältere Menschen tun sich schwer mit der Körperpflege, dem Ankleiden oder dem Benutzen der Toilette. Vermehrte Krankenhausaufenthalte und Aufnahmen ins Pflegeheim können die Folge sein. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Verbesserungen möglich sind, und zwar nicht nur durch den Einsatz von Gesundheitsprofis, wie z.B. PhysiotherapeutInnen.

Von 2013 bis 2016 führte das Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Dorner ein Forschungsprojekt durch, das sich u.a. der folgenden Frage widmete: Welche Auswirkungen haben regelmäßige Hausbesuche durch geschulte, ehrenamtliche Gesundheitsbuddys und die Durchführung von Kraftübungen sowie die Information über förderliche Ernährung auf gebrechliche oder von einer Vorstufe von Gebrechlichkeit betroffene Personen, aber auch auf die Gesundheitsbuddys selbst?

Die Auswertung der Gesundheitsdaten der gebrechlichen Menschen (Durchschnittsalter 83 Jahre) und der Buddys (Durchschnittsalter 60 Jahre) zeigte, dass das von den Gesundheitsbuddys durchgeführte Bewegungsprogramm in Kombination mit den Ernährungsgesprächen zu einer Abnahme der Angst vor Stürzen um etwa 10 % führte. Die Handkraft nahm durch die Trainings um ca. 22 %­ zu – was einer massiven Reduzierung der Gebrechlichkeit entspricht. Und die von den Gesundheitsbuddys vermittelten Ernährungsempfehlungen bewirkten einen um 25 % verbesserten Ernährungsstatus bei den von ihnen besuchten Personen. Ehrenamtliche Gesundheitsbuddys sind demnach in der Lage, den Gesundheitszustand und die Lebensqualität von gebrechlichen Menschen beträchtlich zu verbessern. Aber auch bei den Buddys selbst verbesserte sich der Gesundheitszustand, wenn auch nicht in einem so großen Ausmaß wie bei den von ihnen Besuchten.

Nachdem die Wirksamkeit eines solchen Ablaufs wissenschaftlich bewiesen werden konnte und wegen des großen Bedarfs startet nun das Wiener Hilfswerk das Gesund fürs Leben-Projekt, das von 2017 bis 2019 von der Wiener Gesundheitsförderung – WiG und dem Fonds Gesundes Österreich FGÖ gefördert wird. Es ist erneut so aufgebaut, dass geschulte Gesundheitsbuddys mit den von ihnen besuchten Personen in deren Wohnung (nicht im Pensionistenwohnhaus oder Pflegeheim) körperliche Übungen machen und über Ernährung sprechen. In der ersten, drei Monate dauernden Phase finden die Hausbesuche der Buddys zweimal pro Woche statt, anschließend für weitere sechs Monate mindestens einmal wöchentlich. Eine Weiterführung der Besuche ist selbstverständlich möglich.

Nähere Auskünfte über das Projekt und die Möglichkeiten daran teilzunehmen erhalten Sie bei Mag. Astrid Böhm unter 01-5123661-470 oder astrid.boehm@wiener.hilfswerk.at

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