Alter als Chance

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Erich Wagensonner, Beauftragter für Generationen im Diversity Management des AMS-Wien und Johannes Simetsberger, Beauftragter für Fähigkeiten im Diversity Management des AMS-Wien.

KundInnen des AMS bekommen dann eine Förderung, wenn es gilt eine Benachteiligung oder einen Defizit auszugleichen. Menschen mit einem Grad der „Behinderung“ von über 50% mit einem Alter ab 50 Jahren sind somit doppelt förderbar – schließlich werden sie auch in mehrfacher Hinsicht auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt.
Text: Erich Wagensonner und Johannes Simetsberger vom AMS Wien, Foto: AMS

Wer ist betroffen?
In Wien gab es im Mai 2017 1.002 arbeitslose Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 %. Die Zahl konnte beispielsweise durch engagiertes Akquirieren von Stellen für diese Zielgruppe (2016 ein Plus an Stellen von 140%) im Vergleich zum Vorjahr um 7,1% gesenkt werden (Bundesvergleich -1,1%). Von den 1.002 Personen mit einem GdB von mindestens 50 % sind 465 über 50 Jahre alt, also nahezu die Hälfte!
Wenn das AMS-Wien einen Menschen berät, so trachtet es danach die bestmögliche Förderung für Betroffene anbieten zu können. Kurzsichtig wäre es im Falle einer „Behinderung“ nur dieses eine Merkmal zu sehen. Menschen mit „Behinderungen“ sind eben wie andere Menschen auch Frauen, Jugendliche, haben eine Migrationsgeschichte oder sind eben über 50 Jahre alt. Dann gibt es oft Förderungen für Betroffene die im Einzelfall passender sind als jene, die wir im Bereich „Behinderung“ anbieten.

Wir wollen an dieser Stelle nicht die Förderschwerpunkte der Politik hinterfragen, sondern auf Möglichkeiten hinweisen, die unseren Betroffenen helfen können.
Gerade für die Zielgruppe der „über-50-jährigen“ gibt es einige besonders attraktive Förderangebote, die in der Höhe jene für Menschen mit „Behinderungen“ übertreffen. Sozialökonomische Betriebe als Beispiel, nehmen seit geraumer Zeit nur mehr Menschen über 50 Jahre auf. Die Eingliederungsbeihilfe (Lohnkostenförderung für Betriebe) ist im Bereich 50+ am höchsten. Besonders hervorzuheben ist die Aktion 20.000. Wienweit werden in den nächsten beiden Jahren etwa 7.000 zusätzliche, vom AMS zu 100% geförderte Arbeitsplätze, geschaffen werden. Es handelt sich unter anderen um Stellen in der Gemeinde Wien oder in gemeinnützigen Betrieben. Die Jobs, die geschaffen werden, beinhalten die ganze Breite an Jobprofilen – es ist also für jede/-n etwas dabei.

Und mit wem werden die Stellen besetzt?
Mit Menschen über 50 Jahren, die mindestens seit einem Jahr arbeitslos sind. Und damit sind wir wieder bei den 465 Menschen mit „Behinderungen“ über 50. Es kann doch nicht unmöglich sein, dass diese Zielgruppe von den Stellen der Aktion 20.000 auch profitiert. Die Betroffenen werden sich hoffentlich zahlreich an ihre BeraterInnen oder Reha-ExpertInnen im AMS-Wien wenden und nach den Stellen fragen. Zusätzlich sollten sie von den Arbeitsassistenzen dabei unterstützt werden, sich für diese Jobs zu bewerben.
Und dann wollen wir davon ausgehen, dass viele von den 465 Menschen auf diesem Weg den Wiedereinstieg ins Berufsleben geschafft haben.

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